Gib meiner Stimme Kraft

Am Anfang einer jeden Sitzung zeige ich jedem Klienten, der neu zu mir kommt, den Armlängentest und wir üben ihn zusammen. Außerdem checke ich die Parameter ab, ob der Klient er selbst ist, seine Identität hat und sein eigenes Leben lebt bzw. seinen Seelen-/Lebensplan erfüllt.

Bei der Klientin war dies nicht der Fall. Sie hatte die Identität ihrer Mutter angenommen und lebte somit deren Leben und nicht ihr eigenes. Wie also soll sie dann mit ihren Worten gehört werden? Es kommt nicht selten vor, dass wir uns aufgeben und aus Bequemlichkeit oder Angst das Leben eines anderen leben. Nur, dafür sind wir nicht geschaffen und nicht in dieses Leben gekommen. Unsere Seele möchte ihre Aufgabe erfüllen. Die Klientin einfach zurück in ihre Identität zu bringen war nicht der richtige Weg, daher haben wir uns angeschaut wie es überhaupt dazu kam und in welchem Zusammenhang dies mit ihren Symptomen steht.

Die Sitzung stand unter dem Schlüsselsatz: „Ich lebe meine eigene Stärke.“ Der Satz machte der Klientin Stress. Beim Aussprechen verschoben sich ihre Arme ungleich lang und sie sagte auch gleich: „Ich bin nicht mutig und stark, ich bin klein und schwach.“ Das fühlte ich aber gar nicht so. Ich spürte, dass sie eine starke Frau ist und genau weiß was sie will, aber was führte sie dazu das Gegenteil zu leben? Wir fanden heraus, dass sie im vor pubertierenden Alter auf ihre Eltern aufmüpfig, trotzig und rebellisch wirkte. Sie erkannten die Stärke ihrer Tochter nicht und interpretierten sie fehl. Das haben sie nicht aus Bös willen getan, sondern aus Liebe. Sie wollten ihre Tochter beschützen. Sie selbst hatten eine schwere Zeit bereits seit Kindheitstagen erlebt. Sie wollten für ihre kleine Tochter nur das Beste und „trainierten“ ihr die Stärke ab.

[ Sprache ]

Lebe deine Wahrheit. | Foto: Susann Hering

So zog sie sich immer weiter in sich zurück, da sie ja dachte, sie sei falsch, so wie sie ist. Sprach immer weniger ihre Meinung aus, passte sich den Menschen in ihrem Umfeld an und lernte nicht mehr anzuecken. Wenn sie ihre Meinung nicht mehr äußerte, lebte sie in Harmonie und keiner konnte sie mehr wegen ihrer Selbstwillen verurteilen. Sie sagte „Ja“ an Stellen wo sie „Nein“ meinte. Sie lebte also völlig konträr zu dem was ihre Seele wollte. Gefühle, Emotionen und ihre innere Stimme, die ihr zeigten wie es wirklich ist, überhörte und unterdrückte sie. Nur nicht auffallen, nicht einer anderen Meinung sein als der Rest.

Mit dem Armlängentest testeten wir das Alphabet durch und fanden Buchstaben die ihr Stress machten. Zwei davon kommen sogar in ihrem Namen vor. Wie will sie so ihre Identität annehmen, wenn bereits ihr Name bzw. das Aussprechen ihres Namens ihrem Unterbewusstsein Stress macht?

[ Inkontinenz-Erscheinung ]

An der Stelle kommt auch die Inkontinenz-Erscheinung ins Spiel. Die Klientin hält sich und ihr Wesen so stark zurück, dass ihre Natur nach Korrektur schreit. Sie verlangt von ihr, dass sie sich von ihren emotionalen Energien durchströmen lässt. Gefühle finden ihr Ventil im Verlieren von Urin, wodurch sie aber wiederum noch stärker das Gefühl bekommt nicht in der Lage zu sein ihre Gefühle bzw. die Situation unter Kontrolle zu haben. Somit nimmt sie die Identität der Mutter an: sie soll sie beschützen und behüten, wie zu Zeiten als sie klein und verletzlich war und noch nicht für sich selbst sorgen konnte.

Die Klientin erkannte durch die Sitzung die Zusammenhänge, die dazu geführt haben und bekam zwei individuelle Hausaufgaben auf. Ausgeglichen haben wir die Unstimmigkeiten mit innerwise, somit kann sich ihr Unterbewusstsein wieder frei entfalten.

Dies ist nur ein Auszug der Sitzung. Die komplette Sitzung wird aus Respekt meiner Klienten gegenüber nicht veröffentlicht. Es soll dir dienen Zusammenhänge im Leben besser zu verstehen

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